Injektionssysteme

Bei der pneumatischen Förderung von Schüttgütern unterscheidet man Dünn-, Misch- und Dichtstromförderung.

Die Dichtstromförderung bietet den Vorteil hoher Gutbeladung und damit niedriger Materialgeschwindigkeit. Dies wirkt sich positiv auf den Verschleiß der Förderleitung aus und führt zu niedrigen Wartungs- und Betriebskosten.

Mit Velco Maschinen können diverse Schüttgüter wie Kohlenstaub, Kalk, Additive, DRI aber auch Filterstaub gefördert werden.

Injektion von Kohlenstaub und Kalk:

Zur Steigerung der Produktivität in Elektrolichtbogenöfen wurde in den 80‘er Jahren die Schaumschlackentechnik eingeführt. Hierbei wird Sauerstoff und Feinkohle über 1-4 Punkte in die Schlacke eingeblasen. Die so entstandene aufgeschäumte Schlacke isoliert das Schmelzbad. Der Verbrauch liegt bei 10-15 kg C / t Fe.

Aus metallurgischen Gründen, bzw. um die Seitenwandung zu schützen kann Kalk in den LBO geblasen werden. Hierzu können Seitenwandlanzen oder Düsen im Ofendeckel verwendet werden.

Injektion von Filterstaub:

Durch Rückführung des Filterstaubes Reduktion des Gesamt Staubanfalls und Erhöhung des Zinkanteils im Filterstaub.

Sekundärmetallurgie:

Im Pfannenofen findet die Analysenkorrektur statt. Hierzu wird Feinkohle, Kalk oder CaSi in die Schmelze geblasen. Es werden selbstverzehrende oder monolitische Lanzen verwendet.

Zugabe von Abstichlochverfüllmasse (EBT):

Automatisierte Zugabe des EBT Verfüllsandes durch Pneumatische Förderanlage und Empfangsbehälter oberhalb des EBT.

Vorteile:

  • Automatisches Verfüllen ohne Bedienereinsatz
  • erhebliche Reduzierung der Gefahren für den Bediener im Arbeitsbereich
  • optional mit Kamera zur Überprüfung der Verfüllqualitä
  • Sandmenge kann programmiert und an die Lebensdauer der Ummantelung bzw. an den Verschleiß des Abstichloches angepasst werde
  • bewährte pneumatische Förderung mit geringer Geschwindigkeit für eine lange Lebensdauer der Stahlrohre und Bögen

Zugabe von Abstichlochverfüllmasse

Empfangsbehälter mit Schurre

Zugabe von Abstichlochverfüllmasse

Injektion von Rutilit:

Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) in Duisburg Huckingen nutzen am Hochofen B eine Einblasanlage der Firma Velco aus Velbert. Die Anlage ist für die Injektion von feinkörnigen Feststoffen, wie z. B. Rutilit und Kohlenstaub konzipiert die über die Windformen in den Hochofen geblasen werden. Rutilit ist ein synthetischer Titandioxidträger. Durch das gezielte Einblasen an ausgewählten Windformen kann bei lokalen Hotspots die Temperatur im Hochofengestell gesenkt werden. 

Die ausgewählten Titandioxid - Träger bestehen hauptsächlich aus Titandioxid und Eisenoxid, die in mineralogisch günstiger oxidischer Phase nebeneinander vorliegen. Das freie Titandioxid wird im Hochofen durch Kohlenstoff oder Silizium zu Titan reduziert. Im flüssigen Eisen bilden sich dann aus dem metallischen Titan zusammen mit im Roheisen gelösten Kohlenstoff und Stickstoff Titannitride und Titancarbonitride -hochtemperaturbeständige Verbindungen, die sich von innen an der Ausmauerung des Hochofens ablagern und dort für das rasche Anwachsen einer Schutzschicht sorgen. Durch diese Schutzschicht sollen die heißen Stellen im Ofen geschützt werden, um geplante Zustellungspunkte zu erreichen. Durch die Thermoelemente die rund um den Ofen angebracht sind werden heiße Stellen im Ofen lokalisiert und dann wird über den darüber liegenden Blasformen, jeweils während der Schlackelaufzeit, Rutilitsand eingeblasen. Nach erreichen einer "normalen" Temperatur wird der Einblasvorgang eingestellt. Wenn kein Rutilit benötigt wird, kann die Anlage auch zur Injektion von Feinkohle als kostengünstiger Ersatz von Schweröl genutzt werden. In den Monaten Oktober 2008 - März 2009 wurden insgesamt ca. 4500 t Einblaskohle in den Hochofen geblasen. 

Die Anlage besteht aus einem Vorratssilo von 90m³ Fassungsvermögen, welches mit Silo-TKW befüllt wird. Der Einblassender hat 2 Ausgänge welche über eine ca. 70m Förderleitung mit der Lanze in der Windform verbunden ist. Es werden Einblasleistungen von ca. 40kg/min pro Leitung gefahren.

Gießereiindustrie:

•  Einblasen von Filterstaub in den Kupolofen zur Reduzierung des Staubanfalls 
•  Einblasen von Feinkohle als preisgünstige Alternative zum Satzkoks 
•  Einblasen von feinkörnigem FeSi zur schnellen und preisgünstigen Analysenkorrektur im Kupolofen

Rückgewinnung von Eisen und Zink aus Filterstaub durch Schmelzbad-Injektion in einem Induktionsofen